Neuigkeiten

Besuch im Center zu Beginn des Schuljahres

06.03.2012 12:49

Der neue Wasssertank im Center

In der Zeit vom 1.2. bis 14.2.2012 besuchten wir, Georg und Mathilde das Kalangala Center of Interest bei hochsommerlichen Temparaturen von 28 Grad und aufwärts.
Auf unserer Fahrt von Kampala nach Kalisizo deckten wir uns unterwegs an einem der Straßenmarktstände mit Bananen, Ananas und Tomaten ein. Wie sich herausstellte, eine gute Entscheidung, denn in der Region um Kalisizo herrschte absolute Dürre und die Ernten waren sehr schlecht ausgefallen bzw. war das Gemüse schon auf den Feldern verdorrt. In den folgenden 14 Tagen war unser Speiseplan sehr eingeschränkt - es gab abwechselnd Tomaten mit Kartoffeln, Tomaten mit Reis und morgens ein Ei. Das wars. Es gab einfach nichts anderes vor Ort.
 
Die Kinder und das Team versorgten sich morgens mit Hirsebrei, mittags mit Maisbrei und Bohnen und abends nochmals mit Hirsebrei. Die ansonsten gewohnte Hauptnahrung Matooke (Kochbananen) gab es so gut wie gar nicht. In den Bananenplantagen hatte sich eine Pilzerkrankung ausgebreitet,die die Ernte fast vollständig zerstört hat.
Diese Situation wurde jedoch von allen mit einer großen Gelassenheit angenommen.
 
Ab dem 6. Februar kamen die Kinder aus den Ferien zurück und freuten sich sichtlich alle wieder zu treffen. Es bildeten sich sofort die bekannten kleinen Gruppen und der Schulhof war von lautem Geplapper und Lachen erfüllt. Unsere Aufgabe war es in diesem Jahr, die Investitionen zu begutachten und wir konnten mit sehr guten Ergebnissen zurückkehren.Das Center verfügt nun über 2 weitere Wassertanks mit einem Fassungsvermögen von 15.000 Litern und das Verwaltungsgebäude nebst Sanitätsstation ist erstellt. Hier fehlt nun noch die Inneneinrichtung. Den Ausbau der Sanitätsstation voranzutreiben ist dringend notwendig. Bislang muss die Schulsanitäterin, eine ausgebildete Krankenschwester, unter sehr eingeschänkten Bedingungen arbeiten. Es fehlt ein eigener Raum, in dem die verletzten oder kranken Kinder versorgt werden können.
Wir konnten feststellen, dass sich durch die direkte Erstversorgung und die Kooperation mit dem Krankenhaus in Kalisizo der Gesundheitszustand der Kinder erheblich verbessert hat.Zu Beginn des Schuljahres wurden alle Kinder vom Arzt untersucht und bei allen Kindern wurde eine Wurmkur durchgeführt.

Georg, im Nebenberuf Marathonläufer, war in diesem Jahr als Trainer sehr begehrt und konnte einige ausgiebige Läufe mit seinem Laufschüler Andrew absolvieren. Der Kommentar von Andrew vor seinem 2. Lauf zu seinen Kollegen:" Betet für mich, dieser alte Mann ist verrückt, der rennt durch ohne zu trinken und zu stoppen".

Zufrieden konnten wir am 14. Feruar das Center verlassen und uns auf den Heimweg ins kalte Deutschland begeben.

Das neue Schuljahr hat begonnen

13.02.2012 16:50

Mathilde und Georg haben die SchülerInnen beim Schulstart begleitet. Mit Besen, Wasserkanister und einem Köfferchen persönlicher Habseligkeiten kamen die Kinder im Lauf der letzten Woche aus den Ferien zurück. Sie wurden direkt medizinisch untersucht um mögliche Krankheiten, die sie sich in den Ferien bei ihren Verwandten unter den meist schlechten Lebensbedingungen zugezogen hatten zu behandeln. Vor allem Wurmbefall und Malaria häufen sich zu Schulbeginn.
Rechtzeitig zum Schulstart wurden neue 3-Stock-Betten geliefert. Hergestellt von den Werkstätten der Berufsschule, die unsere AbsolventInnen besuchen.

Besuch vor Ort

02.02.2012 10:00

Die Vorstandsmitglieder Mathilde und Georg Dohle sind für 14 Tage vor Ort. Sommerliche Temperaturen von über 30 Grad und strahlender Sonnenschein versüßen die Arbeit vor Ort für die Kältegeplagten Deutschen. Sie begleiten derzeit den Schuljahresstart und die Aufnahme neuer Kinder. Schwerpunkt der diesjährigen Reise ist die Abnahme von Renovierungen und Neubauten sowie eine ausführliche Kassenprüfung. Wir werden weiter berichten.

Erfolgreicher erster Besuch der Direktorin in Deutschland

01.10.2011 10:00

Vom 31.08.2011 bis zum 15.09.2011 war die Direktorin Margret Katende gemeinsam mit ihrer Tochter Racheal, die ebenfalls für das Waisenzentrum arbeitet, zu einem Besuch in Bocholt. Auf dem Programm standen unter anderem der Besuch verschiedener Schulen (St-Georg-Gymnasium, Thonhausenschule, Bischof-Kettler-Schule, Musikschule), einiger landwirtschaftlicher Betriebe, eines Altenheimes (Kardinal-Diepenbrock-Heim), eines Kinderheims (Erziehungshilfeverbund Gerburgis) ein Termin bei der stellvertretenden Bürgermeisterin und die Jahreshauptversammlung des Vereins. Frau Katende berichtete aus erster Hand von den Herausforderungen, denen das Centre gegenübersteht, vermittelte einen greifbaren Eindruck von den Lebensumständen der Kinder vor Ort und bedankte sich für die bisherige Unterstützung.

Angesichts des straffen Zeitplanes war nur ein sehr eingeschränktes touristisches Programm möglich. Beide Projektvertreterinnen zeigten sich aber begeistert von der Sauberkeit, Freundlichkeit und der Ländlichkeit der Region.
Wie bei Besuchen in so gänzlich anderen Kulturkreisen zu erwarten, hatten auch Frau Katende und ihre Tochter mit der Nahrungs- und Klimaumstellung zu kämpfen. Die wenig sommerlichen Temperaturen von 15-20 Grad waren für beide anstrengend. Die Daunenjacken wurden nicht einmal im Haus ausgezogen. Auch die Fleisch- und Gemüsereiche Kost stellte sie vor Herausforderungen, sind sie doch eher Süßes, Matoke und Bohnen gewohnt. Überrascht waren sie von der hohen Zahl alter und sehr alter Menschen – und deren oft noch hohes Maß an Selbstständigkeit. Ein hohes Maß an Technisierung hatten beide hier erwartet – überrascht waren sie allerdings von der Tatsache, dass die Menschen hier trotz allem noch so viel arbeiten. Verglichen mit ihren Landsleuten ist unser Arbeitstag länger und von höherer Arbeitsdichte.
Beide haben über ihren Aufenthalt akribisch Buch geführt um den Daheimgebliebenen ausführlich Bericht erstatten zu können. Mit großem Empfangskomitee und viel Jubel wurden sie zu Hause willkommen geheißen.

Hausbesuche als Schwerpunkt der diesjährigen Reise

01.09.2011 10:00

Vom 14.08.2011 bis 31.08.2011 waren der Vorstand, vertreten durch Simone Zingel und Mathilde Dohle, die Beisitzerin Ingrid Brügging und Eva Kappenstiel als "Uganda-Neuling" zu Gast im Home of Happiness. Schwerpunkt der diesjährigen Reise waren Hausbesuche bei den Kindern. Da der Reisezeitraum in die Schulferien fiel konnten viele der Kinder bei ihren Herkunfts- oder Pflegfamilien oder entfernten Verwandten besucht werden. Dadurch erhielten die Reisenden einen tiefen Einblick in die üblichen Lebensverhältnisse der Kinder, die von Armut, Arbeit und katastrophalen hygienischen Zuständen geprägt sind. Die ausländischen Gäste wurden von den Familien stets herzlich willkommen geheißen und auch in die kleinste Hütte gebeten. Voller Stolz und Dankbarkeit berichteten Kinder und Angehörige von den schulischen Erfolgen und Entwicklungen der Kinder. Vor allem die praktischen Fertigkeiten wie Handwerken und Schneidern finden großen Anklang in den Dorfgemeinschaften: Die Kinder reparieren Dinge im Haushalt und verdienen teilweise sogar ein bisschen Geld dazu.
Ausnahmslos alle Kinder freuten sich auf das Ende der Ferien: schließlich konnten sie dann wieder auf 3 Mahlzeiten am Tag, ein Bett und Sicherheit bauen. Diese vermeintlichen Selbstverständlichkeiten sind es, die das Waisenzentrum vor Ort zu einem Vorzeigeprojekt machen und für die Kinder eine unglaubliche Verbesserung der Lebensbedingungen darstellen.
Vor allem die allgegenwärtigen Gefahren für Kinder wurden in diesem Jahr besonders in den Mittelpunkt der Reise gerückt. Vielen der Mädchen drohen im häuslichen Umfeld sexuelle Übergriffe, vielen der Kinder droht Obdachlosigkeit, weil sie allein mit ihrer Mutter auf dem Gelände der Familie des Vaters wohnen und von dessen Familie verstoßen werden, viele Kinder fürchten sich vor gewalttätigen Übergriffen alkoholisierter Verwandter, alle müssen in den Haushalten hart arbeiten, leben auf engstem Raum mit Mensch und Tier zusammen, haben keine sanitären Anlagen und fürchten in den Lehmhütten oft den nächsten Regen, der ihr Haus möglicherweise zerstört. Besonders schwerwiegende Traumatisierungen erfuhren Kinder, die in den Ferien von ihren verbliebenen Elternteilen oder Angehörigen ausgesetzt wurden. Es kam zu zahlreichen Neuaufnahmen im Centre, weil Kinder bei Nachbarn oder Verwandten zum Aufpassen abgegeben aber nie wieder abgeholt wurden.
    
Die Kinder, die auf Grund solcher Hintergründe auch die Ferien im Home of Happiness verbringen, genossen den Besuch der deutschen Gäste sehr. Gemeinsame Spiel- und Singabende, gemeinsames Kochen und Essen boten für beide Seiten Gelegenheiten in intensiven Kontakt zu treten. Bei einer gemeinsamen Großputzaktion wurden die Schlafsäle gereinigt und mit neuen Moskitonetzen bestückt. Hier packten sowohl Kinder als auch MitarbeiterInnen tatkräftig mit an.